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Mantrailing:
Das Wort Mantrailing stammt aus dem amerikanischen Englisch
(trailing = verfolgen).
Beim Mantrailing wird, im Gegensatz zur Flächensuche, eine
Person anhand ihres Individualgeruches gesucht. Die Suchart ist in den USA
mehrere Hundert Jahre alt. In Deutschland ist diese Art der Suche noch relativ
neu.
Beim Mantrailing handelt es sich nicht um eine Fährtensuche.
Der Hund verfolgt nicht die Bodenverletzungen sondern den Geruch des einzelnen
Menschen. Dieser kann sich je nach Wetter- und Windverhältnissen und alter der
Spur relativ weit von der Spur entfernt festsetzen.

Iris mit ihrer
Otterhound-Hündin Mighty Mouse. Die Person ist über einen
Waldweg rechts von den beiden gegangen. Der Geruch hat sich im Wald
gefangen.
Ein Mantrailer kann dementsprechend die Spur eines Menschen
nicht nur über eine Wiese oder durch einen Wald, sondern auch auf Asphalt durch
die Stadt verfolgen.

Iris mit Mighty in der Ortschaft
Die absoluten Spezialisten im Bereich des Mantrailings sind
aufgrund ihrer besser ausgebildeten Nase Bloodhounds, aber auch jede andere
Rasse kann die Suchart des Mantrailings erlernen.

Ein absoluter Spezialist im Bereich Mantrailing: Bloodhound Watson mit Jörg.
Das Mantrailing ist ein für Hund und Hundeführer
anspruchsvolle Suchart.
Vorraussetzungen Hund:
Für das Mantrailing sind wesensstarke Hunde geeignet, da
der Mantrailer auch in Stadtgebieten arbeitet muss er umweltsicher und
belastbar sein. Er muss über längere Zeit konzentriert arbeiten können und
Durchhaltevermögen zeigen. Der Hund darf sich nicht dadurch von der Suche
ablenken lassen, dass er von diversen Leuten angesprochen wird oder Autos hupen
etc. Auch gegenüber anderen Tieren muss der Hund sich neutral verhalten.
Der Hund muss motivierbar und menschenfreundlich sein,
schließlich muss er eine fremde Person finden wollen..

Mighty hat gefunden und freut sich.
In der Suche muss der Hund sich „gegen den Hundeführer
durchsetzen“, die Fehler beim Mantrailing liegen nicht am Hund, sondern am
anderen Ende der Leine. Der Hund darf durch einen Fehler des Hundeführers nicht
so beeindruck sein, dass er die Suche einstellt oder einer anderen Spur folgt.
Individualgeruch:
Jeder Mensch hat einen individuellen Geruch der sich aus
unzähligen Zellen zusammensetzt. Diese Zellen sterben und fallen vom Körper ab
(ca. 50 Millionen Zellen pro Minute). Da
der Körper des Menschen im Vergleich zu seiner Umgebung wärmer ist und die
warme Luft aufsteigt, entsteht ein Luftzug nach oben. Mit diesem gelangen die
abgestorbenen Zellen in die Umgebung.
Diese abgestorbenen Zellen werden von Bakterien zersetzt.
Der Hund sucht nach diesen Bakterien, die den Individualgeruch beinhalten.
Wissenswertes über Geruch:
Die Zersetzung der Zellen durch die Bakterien wird unter
anderem durch die Luftfeuchtigkeit und die Außentemperaturen beeinflusst. Von
den Umwelteinflüssen hängt es ab, wie lange eine Spur für den Hund verfolgbar
ist. An sehr heißen Tagen stellen die Bakterien die Zersetzung der Zellen ein
und die Spur ist schwer zu verfolgen. Wenn es aber abends kühler wird und die
Luftfeuchtigkeit steigt beginnt die Zersetzung durch die Bakterien erneut und
die Spur ist für den Hund wieder verfolgbar.
Starken Einfluss auf die Wahrnehmbarkeit der Spur haben
natürlich auch noch zahlreiche andere Umwelteinflüsse und die Beschaffenheit
des Geländes. Bei starkem Wind kann es zum Beispiel sein, dass sich der Geruch
nur an einzelnen Grasbüscheln oder in einem Gebüsch fängt weil die meisten
Bakterien weg gepustet wurden.

Genau auf die einzelnen Einflüsse einzugehen würde hier den
Rahmen sprengen. Auf jeden Fall ist es unglaublich spannend zu versuchen sich
vorzustellen wie sich der Geruch verteilt und was der Hund wahrnehmen kann.
Irrtümer:
Man könnte meinen, dass bei Kälte und dementsprechend dicker
Kleidung weniger Zellen in die Luft abgegeben werden. Aber genau das Gegenteil
ist der fall: Je kälter die Außentemperatur, desto stärker ist der Luftzug am
Körper nach oben weil der Temperaturunterschied größer ist. Durch warme
Kleidung wird dieser „Kamineffekt“ noch erhöht.
Je schneller eine Person geht bzw. fährt desto einfacher
wird es für den Hund. Das liegt daran, dass hinter der Person ein Luftsog
entsteht, der die Zellen nach unten zieht. So können weniger Bakterien vom Wind
fort getragen werden.
Geruchsgegenstand:
Damit der Hund weiß, wen er suchen soll ist ein
Geruchsgegenstand erforderlich. Grundsätzlich kann jeder Gegenstand als
Geruchsgegenstand genutzt werden, mit dem die zu suchende Person in Kontakt
gekommen ist (Autositz/ Türgriff/ Schlüssel/ Kleidungsstücke etc.). Wichtig ist
dabei aber, dass nur die zu suchende Person mit diesem Gegenstand Kontakt
hatte. Oder dass man zumindest weiß, wer den Gegenstand noch berührt hat. Wenn
diese zweite Person dabei ist kann sie vom Hund ausgeschlossen werden und der
Hund kann die tatsächlich vermisste Person suchen.

Watson erhält den Geruchsträger. Hier eine Plastiktüte, in die die zu suchende Person nur hinein geatmet hat.
Ein Problem ist es, wenn man nicht weiß, dass eine zweite
Person den Gegenstand berührt hat und diese nicht vor Ort ist. Dann kann es
sein, dass der Hund sich die „falsche“ Person aus den beiden Gerüchen heraus
sucht und diese verfolgt. Der Geruchsgegenstand ist also mit besonderer
Sorgfalt auszuwählen und zu behandeln.
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