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Ich war ja nun schon bei
einigen Geburten von Karins Hündinnen dabei. Die Geburt von der Traumverbindung
Chakana/ Fandango wollte ich auf keinen Fall verpassen. Vor allen Dingen weil
es die ersten Welpen von der verrückten Nudel Chakana waren. Diejenigen, die
Chakana kennen wissen, dass bei Chakana alles ein wenig anders ist. Diese
Hündin ist einfach nur irre und genial. Karin war sich hundertprozentig sicher,
dass es bei Kann keine „normale“ Geburt geben wird und sie sich irgendetwas
besonderes einfallen lässt.

Chakana

Fandango
Karin züchtet nun schon seit
über 30 Jahren und macht somit in Sachen Geburtshilfe jedem Tierarzt etwas vor.
Chakana und Karin haben ein ganz besonderes Verhältnis. Jeder der die beiden
schon mal life erlebt hat kann sicherlich nachvollziehen was ich meine.
Seit Chakana eingedeckt war
hat Karin sich wegen der Geburt verrückt gemacht. Ich kenne sie schon seit
mehreren Jahren, das habe ich so bei Karin aber noch nicht erlebt. Tja, es ging
eben um IHRE Chakana.
Karin hat mich schon vor
einigen Wochen gefragt, ob ich zu der Geburt komme, um ihr (wohlgemerkt ihr und
nicht Chakana) beizustehen.
Klar wollte ich dabei sein.
Blöd war nur, dass ich diese Woche Nachtdienst hatte und auch nicht frei
bekommen konnte. Am Dienstag Abend war ich im Dienst und Karin schrieb, dass
Kana mit der Temperatur runter ist. Normalerweise gehen Hündinnen anschließend
mit der Temperatur wieder hoch und es dauert noch etwas 12-24 Stunden, bis die
Geburt tatsächlich in Gang kommt. Ich hatte Glück und konnte meinen Nachtdienst
früher beenden um vor dem großen Ereignis noch ein wenig zu schlafen. Karin
hatte mir zugesagt bescheid zu sagen, wenn es tatsächlich los geht. Also habe
ich mit dem Handy am Bett geschlafen. Mittags bin ich aufgewacht und hatte
immer noch nichts von Karin gehört??? Also habe ich gleich mal angerufen.
Chakana war morgens noch mal mit der Temperatur ein Stück runter gegangen. Also
zählten die 12-24 Stunden von morgens an. Abends musste ich aber wieder zum
Nachtdienst. Karin meinte, dass Kana frühestens abends mit der Geburt beginnen
würde. Nach kurzer Überlegung habe ich mich trotzdem auf den Weg gemacht – im
Zweifelsfall eben nur um einen Kaffee zu trinken.
Unterwegs fing mein Auto an
zu zicken, die Batteriewarnleuchte leuchtete zunächst schwach und dann immer
stärker. Vorsichtshalber habe ich Licht und Radio aus geschaltet um weniger
Strom zu verbrauchen. Nach 1,5 Stunden bin ich dann bei Karin eingetrudelt.
Tja und die sonst so muntere
Kana kam an die Tür um mich zu begrüßen mit hängenden Ohren und einem leidenden
Gesichtsausdruck. Ihr passte das alles
nicht und die Wurfkiste würdigte sie keines Blickes. Alles was da mit ihr
passierte versuchte sie offensichtlich zu ignorieren. Ich haben die ganze Zeit
überlegt, woher mir der Gesichtsausdruck bekannt vor kam. Aber jetzt ist es mir
eingefallen, der Kater aus Shrek konnte auch so bemitleidenswert gucken J

Erst mal passierte nicht
weiter, wir haben gefrühstückt und auf Chakana geschaut – nichts…
Um fünf Uhr rief Melanie an,
sie wollte auch zur Geburt kommen. Da Karin gerade mit der Kaffeemaschine
kämpfte habe ich den Telefondienst übernommen und ihr gesagt, dass sie sich am
späten Abend noch mal melden soll, da Kana sich wahrscheinlich bis zum nächsten
Morgen Zeit lassen würde.

Chakana verschlief die meiste
Zeit des Nachmittags, zwischendurch schleppte sie Bälle durch die Gegend oder
lies Alaska auf sicher herum springen. Kein Hecheln, nichts…
Gegen fünf kam dann wie aus
dem Nicht die erste Presswehe. Chakana klappte die Ohren zur Seite, plusterte
die Backen auf und versuchte alles zu ignorieren. Sie guckte Karin an nach dem
Motto: „Ich? Nein, ich war das nicht.“
Karin hatte die Hoffnung,
dass Chakana die Wurfkiste jetzt akzeptieren würde, aber weit gefehlt. Kana
ging nur mit großen Überredungskünsten in diese furchtbare Kiste. Und sie blieb
nur darin wenn wir an zwei Seiten aufgepasst haben, dass sie bloß nicht raus
springt. Sie kreischte und zitterte und wollte einfach nur da raus. Kein
Kratzen, kein Hecheln, keine Wehen – nichts.
Also dachten wir uns, dass
sie vielleicht noch mal Gassi muss. Ich bin mit Chakana in den Garten und da
kam die nächste Wehe. Also zurück in die Wurfkiste, dass führte aber wieder nur
dazu, dass Kana rum kreischte und da raus wollte. Karin hat sich zu ihr in die
Wurfkiste gesetzt, dass hat Kana aber nicht im Geringsten interessiert, sie
wollte nur weg da und es war keine Spur mehr von Geburt und Wehen.
Kana hatte es geschafft und
wir sind ins Wohnzimmer umgezogen. Dort versuchte sie dann mit dem Kopf in den
Katzenkratzbäumen zu verschwinden, auf´s Sofa zu flüchten und unter den
Schreibtisch zu Alaska ins Körbchen zu krabbeln (wohlgemerkt ein Körbchen für
Chinesen in das ein Schäferhund definitiv nicht rein passt).
Irgendwann hat Chakana
beschlossen sich auf den Teppich zu legen und wieder alles zu ignorieren.
Inzwischen haben wir schon einige Male am Boden gelegen vor Lachen. Man kann
einfach nicht beschreiben wie Kana ihre Ohren verdrehen kann und wie mitleidig
sie gucken kann.

Karin hat Melanie angerufen
und ihr Bescheid gesagt, dass sie sich doch auf den Weg machen kann. Kaum war
Karin aus dem Raum kam Kanas nächste Wehe. Irgendwie schien sie vor allem in
Karins Gegenwart nicht falsch machen zu wollen und sobald sie in den Raum kam
hat sie die Wehen unterdrückt. Karin blieb also nichts anderes übrig als so zu
tun, als würde sie Kana nicht beachten. Ich habe mich inzwischen zu Chakana
gesetzt, und sie hat es irgendwie fertig gebracht völlig verdreht einen
Kopfstand zu machen. Dabei hat sie ihren Kopf zwischen meine Füßen versteckt
und den Hintern in die Luft gestreckt.
So kam dann das erste Baby
zur Welt.

Warum auch normal,
schließlich ist Kana ja was besonderes und nicht irgendein „normaler“ Hund.
Chakana war der Meinung, dass
dieses Ding nicht zu ihr gehören konnte, schließlich hatte sie ja versucht das
ganze Mutter werden zu ignorieren.
Sie hat es angeschaut, kurz
abgeleckt und dann hat sie sich auf die Seite gelegt und es weiter ignoriert.

Das erste Baby kam ohne
Nachgeburt zur Welt. Und ich habe es nicht „AB“ gemacht wie Karin behauptet,
sondern es war schon von der Nachgeburt getrennt. Ich denke „AB“ wird mich
jetzt wohl für immer und ewig verfolgen ;-)

Laetina hat sich das ganze
Theater angeschaut und schon Null Verständnis dafür zu haben. Sie liebt Babys
über alles und hat die Geburt ihrer Welpen mit links gemacht.
Nach dem ersten Baby gab es
erst mal eine Pause, Chakana hat auf der Seite gelegen und getan als wäre sie
ohnmächtig. Als die Wehen wieder einsetzten ist sie einfach so liegen geblieben
und hat nicht einmal gehechelt. So kam dann das nächste Baby zur Welt, dass
Laetina begeistert in Empfang genommen hat.
Übrigens Karin musste immer
noch von Weitem zuschauen ;-)

Melanie war inzwischen auch
eingetroffen und kurz danach kam Sandra. Die nächste Zeit passierte wieder gar
nichts. Dann hat Sandra sich zu Chakana auf die Erde gelegt und ihr gesagt,
dass sie jetzt weiter „Babys machen“ muss. Dabei hat sich ihr über die Seite
und den Bauch gestreichelt und Kana fing an zu pressen. Kurz darauf war das dritte
Baby da. Übrigens Kana hat sich keinen Millimeter bewegt und lag immer noch
ohnmächtig auf der Seite.

Alle folgenden Babys kamen
genau so zur Welt. Wir hatten eine perfekte Arbeitsteilung: Sandra hat Chakana
gesagt, dass es Zeit für das nächste Baby ist und ihr den Bauch gestreichelt.
Melanie, die beiden Chinesen und die Katzen haben auf die bereits geborenen
Welpen aufgepasst, ich habe die Babys in Empfang genommen. Und Karin wurde vor
den Fernseher verbannt damit Chakana sich auf das Ohnmächtig sein konzentrieren
konnte. Karin guckte im Viertelstundentakt verblüfft, wenn wir ihr gesagt
haben, dass das nächste Baby schon da ist. Na ja, und um zwei Nachgeburten
durfte sie sich kümmern, damit sie nachher nicht behaupten kann, dass ich sie
„AB“ gemacht habe J
Chakana hat während der
ganzen Geburt entspannt auf der Seite gelegen und bewusstlos gespielt, sie hat
nicht ein einziges Mal gehechelt – dieser Hund ist einfach irre. Ihre
Mutterrolle wird sie sicherlich schnell lernen und übernehmen.

Dank der verrückten Chakana
war es eine unglaublich lustige Geburt. Wir haben mehrfach fast auf dem Boden
gelegen vor Lachen.
Karin war während der Geburt
wider erwarten völlig ruhig ;-) Aber bis auf Chakanas Ohnmächtigkeit lief ja
auch alles bestens.
Herbert war so lieb sich
während dessen um mein Auto zu kümmern. Die Lichtmaschine ist hinüber. Also
konnte ich nicht mehr zurück fahren und Rüdiger musste sich auf den Weg machen
um mich abzuholen.
Jetzt steht mein Bus bei
Karin und wird repariert und wir müssen in den nächsten Tagen noch mal runter
fahren um ihn abzuholen und natürlich die Welpen und ihre verrückte Mutter
anzuschauen.

Es war wirklich ein toller
Nachmittag/ Abend! Danke, dass ich dabei sein durfte.
Mehr über die Chakana und ihre Welpen findet ihr auf Karins Homepage:

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